|
Öffnungszeiten: Di bis Fr 11:00-18:00 Uhr ☎: ++49 +30 261 92 18 |
|||||||||||||||||||||||||
Paul Sous- Fidelity | ||||||||||||||||||||||||||
|
Paul Sous – Fidelity
Für seine Ausstellung zum 10. Jahrestag unserer Zusammenarbeit ist Paul Sous eine Überraschung gelungen. Seit Jahren haben wir seine Werke täglich vor Augen oder um uns, sie erinnern mit seinem Anflug von Humor an die Maxime: " Nicht wegschmeißen, da kann man noch etwas mit machen". Dass ausgerechnet ein ausgebildeter Licht- und Reklamehersteller diese Äußerung macht, ist nicht verwunderlich; denn Paul Sous kommt aus einer Aachener Künstlerfamilie und geht deshalb den Dingen auf den Grund. Seine zehnjärige Fachausbildung spricht dabei auch für Geduld, Ausdauer und Neugier als persönliche Stärken. Er schließt sie sechsundzwanzigjährig mit beendetem Studium für Handwerksdesign in Aachen ab.
Das Feld, das Paul Sous seither künstlerisch bespielt, gehört zum Kreativsten und Komplexesten. Während es im Werbefilm zum Beispiel darum geht, innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde Spannung und Interesse an einem Objekt herzustellen, sind Paul Sous Werke lieber hintergründig. Dem Betrachter soll sich das Objekt nicht ständig entziehen, er soll es auf seine Substanz untersuchen. Denn der Alltagsgegenstand, der als Grundlage seiner Objekte dient, ist weder ein ready made noch handelt es sich um ein objet trouvé. Er dient der Herstellung eines liebevoll hergestellten Kunstwerkes. Mit spielerischer Leichtigkeit vollzieht Sous eine Rückbesinnung auf den Wert der Dinge, die uns täglich umgeben. Und weil das mit Humor geschieht, ändert sein Werk vor unseren Augen unsere Herangehensweise an den täglichen Umgang mit dem Gebrauchsgut. Dem Humor gesellt sich gern auch das Absurde hinzu, das die visuelle Wirkung des Werkes noch verstärkt. Das wiederum führt zur Beobachtung, dass man einen Gegenstand liebgewinnen kann, so wie man als Kind seinen Teddy liebte.
William Morris, einer der größten Förderer des in den 1880er Jahren begründeten Arts and Crafts Movements, wäre begeistert von den neusten Arbeiten Paul Sous in dieser Ausstellung. Mit den uns liebgewordenen Produkten einer Abfallgesellschaft spielt Paul Sous mit neuen Designikonen aus der Industrie - TetraPak spielt eine wichtige Rolle im neuen visuellen Vexierspiel mit vielen alten Bekannten. Sie dürfen sich auf eine schöne Überraschung freuen. Denn auch wenn Paul Sous - seinem Vorgänger William Morris darin nicht unähnlich - nicht über Schönheit spricht, ohne die Schönheit eines Objektes könnten wir es auch nicht ins Herz schließen. Und dem folgt die Frage auf den Fuß: was ist denn eigentlich schön? Es steht fest, dass täglich zuviel Schönes verschwindet und dass Paul Sous Rettung des Schönen so leicht erscheint, dass jede und jeder von uns dem bei nächster Gelegenheit Einhalt gebieten kann.
|
|||||||||||||||||||||||||
|
RAAB Galerie | Impressum | Ausstellungen | Bilderkatalog copyright © 2020: RAAB Galerie Berlin, Deutschland |
||||||||||||||||||||||||||