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Hubertus Giebe und Karoline Kroiß - Landschaften und Illusion

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Künstler:

Karoline Kroiss

Titel:

Enten

Technik:

Acryl auf Leinwand

Jahr:

2026

Größe:

160.00x100.00

Preis:

6,100.00 €


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Hubertus Giebe und Karoline Kroiß - Landschaften und Illusion

Hubertus Giebe und Karoline Kroiß - Landschaften und Illusion



Eine Illusion zu beschreiben, ist unmöglich. Man nimmt wahr, dass eine Erfahrung eine Illusion ist, kann sich aber nicht gleichzeitig beim Wahrnehmen einer Illusion beobachten. Sie können es in der Ausstellung ausprobieren: Entweder geht man dicht an das Landschaftsbild heran, um zu studieren, wie die Pinselstriche sich auf der Leinwand mit der Entfernung verändern, oder man versinkt gedanklich im Bild und gibt sich der Malerei in ihrer ganzen Komplexität hin.Technik der Malerei und Darstellung ermöglichen es dem Betrachter dabei, von einer Vorstellung in die nächste zu wechseln. 


Unterhaltsam an dieser Ausstellung ist zusätzlich die Gegenüberstellung der Malweise beider Künstler. Werke von Karoline Kroiss haben wir in Berlin zum ersten Mal gezeigt, als sie noch Schülerin von Dieter Hacker war. Der damals hohe Wogen schlagende photorealistische Stil ist lange durch den Dresdner Künstler Gerhard Richter aus seiner Zeit an der Düsseldorfer Kunstakademie bekannt. Hubertus Giebe wiederum war Schüler von Bernhard Heisig in Leipzig, dessen Bilder höchst eindrucksvoll und von gewaltiger Malkraft im Berliner Gropiusbau hingen, als die Mauer fiel. Wir haben Hubertus Giebe zum ersten Mal 1990 in unserer Galerie ausgestellt. Seine Malweise nun neben der von Karoline Kroiss zu sehen, zeichnet das Wechselbild deutscher zeitgenössischer Malerei auf unterschiedlichsten Ebenen nach. Unser Ausstellungskonzept geht noch einen Schritt weiter und beschreibt ein weiteres Phänomen der Malerei, das der Schweizer Kunsthistoriker Heinrich Wölfflin schon vor über hundert Jahren so beschrieben hat:

"Alle Bilder schulden anderen Bildern mehr, als sie der direkten Beobachtung schulden." 


 Als in den 80er Jahren die große deutsche Kunstausstellung über das 20. Jahrhundert in London stattfand, ging eine Gruppe deutscher Künstler in die National Gallery, um sich dort Tizian anzusehen und ganz besonders seine Fähigkeit, Felsen zu malen. Danach entstanden in den Ateliers Felsenbilder. John Constable, der große Erneuerer der Landschaftsmalerei, bezeichnet Landschaftsbilder als "Experiments in natural philosophy", und erinnert uns daran, dass Kunst nicht gefällt, weil sie uns täuscht, sondern weil sie uns an etwas erinnert. Während Oscar Wilde meinte: "There was no fog in London before Whistler painted it."


Wie weit das Bild, das sich beim Malen im Geist des Künstlers formt, mit der Wirklichkeit übereinstimmt, ist unwichtig. Vielmehr sehen wir " ein Stück Natur durch ein Temperament betrachtet" ( Emil Zola). Die Impressionisten haben uns gezeigt, was geschieht, wenn unerwartete Eindrücke auf größere Komplexität hinweisen. Es bewirkt auch, dass wir das, was wir sehen und das, was wir wissen, nicht mehr voneinander trennen. Ein Fleck auf der Leinwand aus der Nähe gesehen kann als Berg in der Ferne erkannt werden. Der Fleck ändert seine Bedeutung. Ernst Gombrich:"Diese Veränderung erklärt das Paradox, dass die Welt niemals wie ein Bild aussieht, während ein Bild wie die Welt aussehen kann." Und das löst die schönsten Illusionen aus. 



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