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Aus dem Magazin

Alberola




JEAN MICHEL ALBÉROLA

geb. 1953 in Saida, Algerien

lebt und arbeitet in Paris


Albérola stellt Wechselbeziehungen der Kulturen in den Mittelpunkt seiner Arbeit. In seinem Frühwerk untersucht er die Doppelmoral mythologischer Themen, je nachdem ob Gott oder der Mensch handelt. Wie Klossowski in "Le Bain de Diane" zieht auch er den Schluss, die Göttin habe sich dem Jüngling Acteon schliesslich beim Bade zeigen wollen, es sei falsch, ihn anschliessend dafür zur Strafe zu töten. Jahrelang signiert Albérola "A(cteon) fecit".


Nachahmenswert erscheint ihm das Vorbild Gustave Courbets, dessen Gemälde "Die Steinklopfer" (um 1849) er einen eigenen Zyklus widmet. Courbets Leistung besteht für Albérola in seiner Haltung, einerseits ein moderner Künstler zu sein, andererseits Anteilnahme am Schicksal der Menschen zu nehmen, die an der Peripherie der Städte leben. Courbets Entschluss, ganz alltägliche Begebenheiten und Menschen mit grösstmöglicher Genauigkeit zu schildern und damit Schicksale in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen, die vorher nicht erwähnenswert waren, hält Albérola für beispielhaft: Kein Wunder also, dass Courbets "Steinklopfer" 1906 unter allgemeiner Zustimmung von der Dresdener Gemäldegalerie erworben wurden und er in Deutschland sehr verehrt wurde, trotz der deutsch-französischen Ressentiments nach dem Krieg 1870-71. Das populäre Bild verbrannte während des grossen Bombenangriffs auf Dresden, am 13. Februar 1945. Es gilt seitdem als vermisst. Albérolas Zyklus zu Courbets "Les Casseurs de Pierres" stellt mehr als die Neuschöpfung eines verlorengegangenen Bildes dar. Es reflektiert die Verbundenheit kulturell engagierter Menschen über Grenzen hinweg, zum Wohl besonders derer, die an der Peripherie leben.


In diesen Zusammenhang gehört für Albérola heute auch die Auseinandersetzung mit Walter Benjamin. Das Wort Walter Benjamins "Je mehr man sich vom Zentrum entfernt, desto politischer wird es", setzt er als Maler ins Bild. Walter Benjamin ist aus seiner Sicht ein politischer Künstler, wenn er sich für die Belange der Vororte einsetzt, von denen kulturell wichtige Anstöße und Veränderungen ausgehen.


Die Vororte und ihre vielfältigen kulturellen Anstöße führen Alberola zu seinem nächsten malerischen Thema, »Heimatlose«. Nach photgraphischen Vorlagen einer schweizerischen Verbrecherkartei erinnert er an Schicksale Gescheiterter Heimatloser und schlägt dabei den einen oder anderen Vergleich zu anderen Kulturen, ähnlichen Schicksalen.


Jean-Michel Alberola gilt als einer der wichtigsten französischen Künstler seiner Generation in Frankreich. Nach drei Ausstellungen im Centre Pompidou ist er dort in der ständigen Ausstellung mit Gemälden vertreten.


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